
Liebe Leser*innen,
willkommen auf Frauenbilder. Wir sind Tabea, Marei, Larissa und Charlotte, vier Journalistik-Studentinnen der TU Dortmund und Frauenbilder ist unser praktisches Abschlussprojekt.
Der Name “Frauenbilder” hat für uns zwei Bedeutungen: Einmal steht er für das Frauenbild in der Gesellschaft und die Frauen, die aus diesem Bild herausfallen. Gleichzeitig wollen wir Bilder von Frauen zeigen, also Frauen vorstellen, die etwas bewegen.
Tabea hat sich die Frage gestellt, ob sich das Frauenbild, beziehungsweise “Frau sein” überhaupt definieren lässt. Dabei ist schnell klar geworden: Eine solche Definition basiert meist auf Klischees und Stereotypen – rein
gesellschaftlich konstruiert.
Für das Projekt “Frau sein – ein Definitionsversuch” hat sie sich zum Beispiel mit Alex getroffen. Er ist transsexuell, also mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt gekommen, obwohl er sich nie als Mädchen oder Frau identifiziert hat. Den gesellschaftlichen Ansprüchen des Frauenbildes konnte und wollte er nie entsprechen und hat das in vielen alltäglichen Situationen immer wieder gemerkt.
Was formt einen Menschen, was macht jemanden weiblich oder männlich?
Was Frauen erleben, wenn sie ihre Wohnung verlieren, damit hat sich Marei beschäftigt. Für ihr Projekt hat sie zum Beispiel eine Nacht in einer Obdachlosenunterkunft übernachtet, mit einem Frauenarzt und einer Psychologin über die gesundheitlichen Folgen von Wohnungslosigkeit gesprochen, wohnungslose Frauen gefragt, was für sie das Wort „Zuhause“ bedeutet und war bei einer Frau am Esstisch zu Gast, die gerade wieder aus der Wohnungslosigkeit geschafft hat.
Dabei hat sie vor allem gelernt, mit wie viel Scham das Thema immer noch verbunden ist.
Larissa hat mit Frauen gesprochen, die für andere Frauen ein Vorbild sind.
Ihr Arbeitstitel hieß „Weibliche Frauen – Frauen die andere Frauen empowern“. Nach langer Recherche hat sie Lina Kaiser aus Essen, Juliana Gareis aus Dortmund und Kristine Zeller und Kati Ernst aus Berlin getroffen. Die 29-Jährige Lina ist lesbisch und hat ihre Jugend mit viel Kopfzerbrechen verbracht. Mit 18 Jahren hatte sie den Mut, sich zu äußern. Heute ist sie erfolgreiche Roman-Autorin und Bloggerin und will damit anderen lesbischen Frauen helfen. Juliane Gareis ist Modeberaterin. Mit ihren Tipps, ihrer Erfahrung und ihrer Empathie hilft sie Frauen ihre Persönlichkeit mit Mode auszudrücken und mehr Selbstbewusstsein zu bekommen.
Kristine Zeller und Kati Ernst haben die erste Periodenunterwäsche Deutschlands entwickelt. Bekannt wurde ihr Unternehmen „Ooshi“ unter anderem durch die Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. Im Fokus der beiden Gründerinnen stehen Nachhaltigkeit und Female Empowerment. Sie wollen nicht nur Frauen unterstützen, ihren Zyklus und Körper zu akzeptieren, sondern auch eine Enttabuisierung des Themas Menstruation erreichen.
Ihre letzte Geschichte hat sie bereits im Februar 2019 in Vietnam gefunden. Die 31-Jährige Sho Giang ist Tourguide in den Reisfeldern in Sa Pa im Norden Vietnams. Sie lebt anders als viele anderen Frauen, arbeitet, ist unabhängig von einem Mann und hat große Träume. Damit ist sie nicht nur für vietnamesische Frauen ein Vorbild.
Charlotte hat mit fünf Frauen gesprochen, die in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft etwas bewegen – entweder dadurch, dass sie in sich in Bereichen behaupten, in denen sie als Frauen in der Minderheit sind, oder
dadurch dass sie sich gesellschaftlich engagieren und für andere einsetzen.
Getroffen hat sie fünf ganz und gar unterschiedliche Frauen.
Zoe ist Seenotretterin und hat 2017 vor der libyschen Küste Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Sie war Teil der Iuventa-Crew, gegen die jetzt in Italien Ermittlungen wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung laufen. Claudia hat ihr eigenes Unternehmen gegründet, eine Produktionsfirma, die sich auf 360-Grad-Videos spezialisiert hat und erzählt im Interview, warum weibliche Vorbilder so wichtig sind.
Carolin ist Gynäkologin aus Bonn und war mit „Ärzte ohne Grenzen“ im Irak im Einsatz. Dort hat sie ein Team aus einheimischen Ärztinnen angeleitet und daran gearbeitet, Schwangerschaften ein Stück sicherer zu machen und eine grundlegende Gesundheitsversorgung bereitzustellen. Katharina ist Schiedsrichterin und hat inzwischen mehr als
300 Spiele gepfiffen. Sie erzählt im Interview, was eine Schiedsrichterin können muss und wie sie sich auf dem Spielfeld behauptet.
Neele arbeitet in einem Beruf, um den sich aktuell viele Debatten drehen: Sie ist Altenpflegerin. Jeden Tag warten neue Herausforderungen auf sie, trotzdem freut sie sich jeden Tag auf ihren Beruf. Charlotte hat mit ihr über ihre Arbeit gesprochen und sie dabei begleitet.
So unterschiedlich die fünf Frauen auch sind, ihnen ist eines gemeinsam: ihre große Leidenschaft für das, was sie tun.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!
„Man wird erst wissen, was die Frauen sind, wenn ihnen nicht mehr vorgeschrieben wird, was sie sein sollen“
Rosa Mayreder